Tuva / Sibirien
Pioniertrekking im Land der Schamanen
Vom 29. August bis zum 15. September 2004
Bergführer: Leo Lieb Teilnehmer:Michaela Binkau
Erika Breidbach
Rudolf Breidbach
Irene Junker
Heinz Junker
Peter Konias
Josef Lupper
Hans-Georg Mangelkramer
Rudi Meissner
Michaela Schmid
Walter Segessenmann
Hermann Sieber
Regine Wenzel
1. Tag, So. 29. 8. 04, Flug über Wien, Moskau nach Kysyl
Etwas verspäteter Abflug in München, jedoch pünktliche Ankunft in Wien. Dort ist die Gruppe vollzählig. Reibungslose Einreise in Russland und guter Empfang durch die dortige Agentur. Fahrt mit 2 Kleinbussen zum Flughafen Domodedowo. Dort erste 2-std. Verspätung mit russischer Fluglinie (Elbrus Avion).
2. Tag, Mo. 30. 8. 04, Weiterflug nach Kysyl, Fahrt zum Lager Shiviling (1500)
Wetter: sonnig
Zwischenlandung in Sibirien (Flughafen Raduschni) in den frühen Morgenstunden. Und nun werden wir ca. 2 Stunden ohne ersichtlichen Grund festgehalten. Erst auf lautstarken Protest einiger Frauen erfolgt der Weiterflug.
Ankunft in Kysyl um 10.30, Empfang durch Andrej und flotte Fahrt mit zwei Kleinbussen Richtung Shiviling. 13.30 - 14.30 Mittag in einer tuvinischen Raststätte (nicht schlecht). Ankunft im Lager 19.30. Die Zelte sind aufgebaut.
Ankunft in Kysyl Jurtenlager Lager Shiviling
3. Tag, Di. 31. 8. 04, Marsch zum Lager bei den Pferdedieben(1590 m)
Frühst. 08.30, Besicht. Quellen 10.00 - 11.00, Abm. 11.50, Mittag 14.00 - 15.00, Ank. 16.00, Abendessen 19.00
Aufstieg: 210 m Abstieg: 120 m, r. Gz. 3 Std. Wetter: sonnig
Nach Lagerabbau machen wir eine ca. 15 Min. Wanderung zu den über dem Lager liegenden Radonheilquellen, auch ein sog. Heiliger Baum, ein Heiligtum des buddh/schamaistischen Kults, wird besichtigt. Gegen 11.00 kommen die Pferde. Wir marschieren ab und erreichen sanft ansteigend geg. 12.10 den ersten Pass (1710 m). Dort befindet sich eine sog. Ovaa. Wieder ein Zeichen buddh./schamaistischer Religion. Die Ovaa ist eine Anhäufung von Feldsteinen dazu einige Holzknüppel und ein paar bunte Stoffstreifen an Bäumen festgebunden. Man könnte sie als Manimauer der Tuwiner bezeichnen. Anschl. sanfter Abstieg in eine Flussaue und Querung des Flusses mit Sandalen ohne Problem. Alle weiteren Flüsse werden auf diese Weise stets ohne Problem gequert. Dies war möglich weil die Flüsse und Bäche im Herbst sehr wenig Wasser führen. Nach der Querung Mittag, anschl. noch 1 Std. Marsch bis zu einer großen Lichtung auf der unser Lagerplatz war. Die Pferde sind ca. 30 Min. nach uns eingetroffen. Dies weil das Verladen noch nicht eingespielt war.
Der hl. Baum Verbrannte Lärchenwälder Abstieg zum 2. Lager
4. Tag, Mi. 1. 9. 04, Bergtour auf den Chailag Mongulek (2677 m)
Wecken 07.15, Frühst. 08.00, Abm. 09.00, Gipfel 13.00, Mittag 13.30 - 14.15, Lager 15.30, Abendessen 19.00
Aufstieg: 1100 m Abstieg: 500 m, r. Gz. 6 Std. Wetter: sonnig
Anfangs, wie fast alle weiteren Tage, durch sanft ansteigenden Lärchenwald. Ab ca. 2000m tritt der Wald zurück und etwas steilere Matten sind nun unser Gehgelände. Nun weglos, aber nicht anstrengend, zu einem breiten Sattel, von dort weiter weglos über Geröll und Sand zum Gipfel. Am Gipfel einige Gräber aus der Skythenzeit (nur Steinhaufen) und eine schöne Fernsicht rundum. Flotter Abstieg über eine Geröllhalde zum Mittagsplatz. Weiter über Matten zum Lager am Shuglug Fluss (2180 m).
Der Chailag Mongulek (2677 m) Beim Gipfel Solana unsere Köchin
5. Tag, Do 2. 9. 04, Bergtour auf den Blue Taiga (3003 m)
Wecken 07.30, Frühst. 08.15, Abm. 09.00, Gipfel 13.15, Mittag 14.00 - 14.45, Lager 17.30, Abendessen 19.00
Aufstieg: 850 m Abstieg: 1200 m, r.Gz 7 ½ Std. Wetter: zeitw. Schneefall, nachm. sonnig
Nach dem Lager auf einen breiten Bergrücken der nach ca. 1 Std. in eine Geröllhalde übergeht. Nun in zahllosen Serpentinen, Richtung Westen, zum deutlich sichtbaren Geröllgipfel. Am Gipfelaufbau wird das Geröll zu mächtigen Granitblöcken, die teilw. in leichter Kletterei (I) überwunden werden müssen. Schönster Gipfel bei dieser Reise. Abstieg nach Süden über Geröll und Schotter auf ein großes Hochplateau, das allmählich in Almmatten übergeht. Zuletzt steiler über Gras in ein Hochtal und nach kurzer Zeit zu unserem Lager am Sir-Buzum-Bach (1800 m).
Wolkenstimmung Gleich sind wir oben... Der Gipfel des Blue Taiga
6. Tag, Fr. 3. 9. 04, Marsch zum Lager Chinge-Khem (1450 m)
Wecken 07.30, Frühst. 08.15, Abm. 09.00, Mittag 13.00 - 14.00, Lager 16.30, Abendessen 19.00
Aufstieg: 550 m Abstieg: 900 m, r. Gz. 5 ½ Std. Wetter: sonnig
Zuerst ca. 170 m abw. (3/4 Std), Bachüberquerung auf Brücke und wieder durch Lärchenwald zur breiten Tarbagannyg-Oy-Einsattelung (2160 m) 2 Std. Abstieg anfangs weglos über Matten, dort Mittag, dann Wegspuren zu einer Jurtensiedlung, die noch bewohnt war. Besuch der Jurte, Aufnahme tuwinisch, nicht unfreundlich, aber auch keinesfalls freundlich. Weiter abwärts zum Khemchik-Fluß, etwas flussaufwärts über eine Brücke und noch ca. 2 km entlang des Chinge-Khem zum Lager (1450 m).
Abstieg vom Blue Taiga Besuch in einer Jurte Beim Lager Chinge-Khem
7. Tag, Sa.4. 9. 04, Wanderung zum oberen Lager am Chinge-Khem (1870 m)
Wecken 07.30, Frühst. 08.15, Abm. 09.15, Lager 13.15, Abendessen 19.30
Aufstieg: 420 m, r.Gz. 4 Std. Wetter: sonnig
Morgens wird ein Schaf gekauft und geschlachtet. Beschauliche Wanderung durch Lärchenwald immer in Begleitung des Baches, der 4 mal gequert wird.
Bachdurchquerung Nr.1 Bachdurchquerung Nr.4 Abladen der Packpferde
8. Tag, So. 5. 9. 04, Bergtour über den Prevalny-Paß (2840 m) zum Lager am Poshtung-Khem (2115 m)
Wecken 07.30, Frühst. 08.15. Abm. 09.15, Pass 12.15, Lager 15.45, Abendessen 19.00
Aufstieg: 900 m, Abstieg: 600 m, r.Gz. 5 ½ Std. Wetter: wolkenlos, schönster Tag
Kurz dem Bach wieder abwärts und dann steiler bergauf. Wir steigen durch eine riesige Fläche mit verbrannten Lärchenwald. Verbrannte Wälder haben wir oft angetroffen. Sie sind die Folge der großen Trockenheit und von Blitzschlägen. Nach ca. 1 Std. beginnt das Mattengelände, das weglos bis zum Pass führt(3 Std.). Dort wieder Ovaa und gute Sicht auf unsere Touren der vergangenen Tage. Nach dem Pass eine weite, sumpfige Hochebene, die nach ca. 1 Std. Wegstrecke endet. Rechts wird nun der Ak-Oyuk (3604 m), der zweit höchste Berg Tuvas, sichtbar. Unser Weg führt zu einem Bach, und weiter zu unserem Lager (5 ½ Std.).
Aufstieg zum Prevalny-Paß Die Paßhöhe ist erreicht Abstieg vom Prevalny-Paß
9. Tag, Mo. 6. 9. 04, Wanderung zum White-Fang-Lager (2360 m)
Wecken 07.30, Wecken 08.15, Abm. 09.00, Mittag 13.30 - 14.30. Lager 17.15, Abendessen 19.30
Aufstieg: 550 m, Abstieg: 300 m, r. Gz. 6 Std. Wetter: vorm sonnig, nachm. wolkig
Ca. 1 Std. Abstieg bis auf 1850 m Höhe, Übergang über den Bach auf Brücke und weitere 2 Std. aufwärts des Shui-Flusses. Hier für uns einfache Flussquerung. Noch eine Stunde aufwärts zum Mittagsplatz. Hier sehen wir erstmals den White-Fang oder Bely Klyk (3333 m), eine mächtige Berggestalt mit einem steilen nordseitigen Gletscher. Nochmals 3 Std. weiter und wir erreichen unser Lager knapp über der Baumgrenze.
Am Lager Poshtung Das Wasser wird immer tiefer Ganz hinten der White-Fang 3333 m
10. Tag, Di. 7. 9. 04, Besteigung des White-Fang od. Bely Klyk (3333 m)
Wecken 07.30, Frühst. 08.15, Abm. 09.00, Gipfel 13.00, Mittag 14.45 - 15.15, Lager 16.15, Abendessen 19.00
Aufstieg:1000 m, r. Gz. 7 Std. Wetter: bewölkt, beim Aufstieg Sturm
Einfache Bachquerung, kurzes Steilstück über Matten, am Talende in Aufstiegsrichtung links muss eine ekelhafte Geröllflanke überwunden werden (mögl.links halten). Nun beginnt ein gnadenloser Felstrümmerhaufen auf einer Seitenmoräne und über den Gipfelaufbau. Am Gipfel eindrucksvolle Fernsicht nach Süden in die tuvinische Steppe mit ihren Seen. Abstieg über den Gletscher und anschl. eine Abfahrt in einer Geröllrinne zum Mittagsplatz. Von dort der gleiche Weg wie beim Aufstieg. Der Berg ist ein wahrer Trümmerhaufen!!
Blick vom Lager zum White-Fang Der Trümmerhaufen! Der Gipfel ist erreicht
Der Abstieg geht viel schneller Gletschertisch Rucki,zucki sind wir unten
11. Tag, Mi. 8. 9. 04. Übergang über den Uzun-Khem-Paß (3040 m)
Wecken 07.30, Frühst. 08.15, Abm 09.30, Pass 13.15, Mittag 14.00 - 14.30, Lager 17.30, Abendessen 19.30
Aufstieg: 750 m, Abstieg: 1000 m, r. Gz. 7 Std. Wetter: zeitw. Schneefall
Nachts kam ein Wetterumschwung, teilw. gewaltige Sturmböen. Das Essenszelt wurde über den Bach geschleudert, ebenso der Schlafsack usw. von Andrej. Der Weg führt anfangs im Talgrund weiter bergauf. Im Abschlusstalkessel wird halblinks (Aufstiegsrichtung) eine steile Geröllhalde (200 m) überwunden. Dieser folgt sofort eine zweite (100 m). Nun ein kleiner Talkessel und von dort erfolgt der Aufstieg zum Pass (50 m). Der Übergang ist rechts der tiefsten Einsattelung. Jetzt folgt ein ca. 100 Höhenmeter langes Geröllsteilstück, das langsam in eine riesige, weite Steppenhochebene übergeht. Schneefallgrenze war bei ca. 2500 m. Die Pferde und ihre Treiber haben hervorragende Arbeit geleistet. Lager war wegen des herrschenden Sturms in den Flußauen, im Weidengebüsch, des Kargy-Flusses (2050 m).
Der Wintereinbruch Blick zurück Am Uzun-Khem-Paß, 3040 m
Abstieg zum Kargy-Fluß Die Pferde sind schneller! Blick Richtung Mongun Taiga
12. Tag, Do. 9. 9. 04, Fahrt Richtung Kysyl
Wecken 07.30, Frühst. 08.15, Start 11.00, Mittag 14.00 - 15.00, Ankunft Zeltplatz 17.30. Abendessen 19.30 Wetter: Wolkig, starker Wind
Die Wettersituation des Vortages (Sturm, Schneefall, Nebel) ließ die Besteigung des Mongun Taiga sehr unwahrscheinlich werden. Als sich in den Morgenstunden diese Situation nicht besserte, musste auf die Besteigung verzichtet werden. Dies war, wenn auch teilweise mit Bedauern, auch die Einsicht aller Teilnehmer. Es folgte nun eine sehr lange, durch teilweise sehr schöne Landschaft führende Fahrt, auf einer Sandstraße. Lager wurde sehr romantisch und einsam mitten in der Steppe am nahen Ufer eines Baches bezogen.
Beim Kargy Lager Endlich Pause! Mongun Taiga 3940 m
13. Tag, Fr. 10. 9. 04, Fahrt nach Kysyl
Wecken 07.30, Frühst. 08.15, Abf. 09.30, Mittag 13.00 - 14.00, Ankunft Jurtenlager 17.00 Abendessen 19.00 Wetter: sonnig
Weiterfahrt, ca. 50 km, auf Sandstraße, dann Asphaltstraße. Mittag wieder im Rasthaus der Anreise. Gegen 17.00 Ankunft im Jurtenlager, eine einsam gelegene, schöne und zweckmäßige Einrichtung ca. 10 km von Kysyl entfernt und an einem der großen Zuflüsse des Jennisei. Jede Zeltbesatzung erhält eine geräumige, saubere Jurte mit einfacher Waschgelegenheit.
Rasthaus Der Mann hat Probleme! Blick über den Jennisei nach Kysyl
14. Tag, Sa. 11. 9. 04, Besichtigung von Kysyl
Wetter: sonnig
In der Stadt wurde zuerst ein großer Umzug mit Trachten und sonstigen folkloristischen Darbietungen aus Tuva besichtigt. Das damit verbundene große Fest wurde aus Anlass des 60-jährigen Anschluss an Russland und der 90-jährigen Gründung Kysyls gegeben. Nach dem Mittagessen in der Stadt wurden die mongolisch/tuvinischen Ringkämpfe im Stadion besucht. Dies war eine wirklich sehenswerte und interessante Veranstaltung, die allen Teilnehmern sehr gefallen hat. Geführt wurden wir von Frau Galina, einer engagierten und charmanten Dame, die jedoch nur Englisch sprach, aber ihre Aufgabe gut gelöst hat. Nach den Ringkämpfen besichtigten wir den buddhistischen Tempel der Stadt, um anschließend einen Einkaufsbummel zu machen.
Die Schönsten von Tuva Mongolische Ringkämpfer Der kleinste Ringkämpfer
15. Tag, So. 12. 9. 04, Besichtigung von Kysyl
Wetter: sonnig, abends Gewitter und Sturm
Heute wurde das National Museum besucht, eine weniger bedeutende Einrichtung. Anschließend Mittag und darauf Besuch bei den Schamanen. Nach der Vorstellung kam bei Vielen Heiterkeit auf. Abend gaben 3 Obertonsänger eine wirklich eindrucksvolle Vorstellung ihrer einmaligen Gesangskunst. Zum Beispiel ein Sänger spielt auf einer Gitarre, singt dazu mit tiefster Stimme und pfeift gleichzeitig als ob er auch noch eine Flöte spielen würde. - Wirklich interessant.
Der Mittelpunkt Asiens Im buddhistischemTempel Unser Jurten-Hotel
16. Tag, Mo. 13. 9. 04 Warten auf das Flugzeug
Wetter: sonnig mit Gewittern
Es zeichneten sich schon im Vorfeld Probleme mit dem Flugzeug ab. Als Andrej und ich in den Vormittagstunden das Gepäck am Flughafen aufgaben, lernten wir typisch russische Informationspolitik kennen. "Das Flugzeug ist vor 3 Std. in Moskau abgeflogen, das Flugzeug steht noch in Moskau, das Flugzeug ist seit einer Stunde in der Luft usw. usw." Rückfahrt ins Lager und Kurzeinweisung in die Geschichte Tuvas. Anschließend Stadtbesuch.
Rechenmaschine in Tuva Die Oberschamanin Unsere bösen Geister werden vertrieben
Ein Rentier mitten in Kysyl Auf geh,t´s zu den Ringkämpfen Die Obertonsänger
17. Tag, Di. 14. 9. 04, Warten auf das Flugzeug
Morgens Fahrt zum Flughafen, "Das Flugzeug steht in Abakan, das Flugzeug kommt in einer Stunde, das Flugzeug startet in Abakan in 30 Minuten usw." Gegen 10.30 kam das Flugzeug tatsächlich und nun, was zu erwarten war, Pause für die Besatzung bis 20.00 Uhr. Um 20.00 Uhr dann tatsächlich pünktlicher Abflug und auch befriedigender Service für den Flug nach Moskau über Nowosibirsk. Gegen 24.00 Ankunft in Moskau und reibungsloses Verbringen zum internationalen Flughafen.
18. Tag, Mi. 15. 9. 04 Flug über Wien in die Heimatorte
Umbuchen der Flugscheine um 04.00 am AUA-Schalter sehr zeitaufwendig, Gleichzeitig Vorsprache bei der Grenzpolizei wegen des abgelaufenen Visums durch Andrej. Sehr angenehmer Flug mit AUA, guter Service, weite Bestuhlung. Pünktliche Landung und reibungsloser Weiterflug in die unterschiedlichen Zielflughäfen.
Die letzten Aufnahmen beim Jurtenlager.
Wollen Sie meine Reise in einem Videofilm (ca. 70 Min) sehen, ein kurzes eMail genügt und Sie erhalten gegen einen Unkostenbeitrag von EUR 5,-- die DVD.